Täter? Unbekannt!, Heribert Prantl ist nicht unbekannt...
| jessie james |
|

...
   
Gruppe: Mann
Beiträge: 2812
Mitgliedsnr.: 1130
Mitglied seit: 19.05.04

|
Täter? Unbekannt! 30.07.2010, 18:50
Ein Kommentar von Heribert Prantl - SZ Online
Der Veranstalter der Loveparade ist nicht "unbekannt", der Duisburger Bürgermeister ist nicht "unbekannt". Die Staatsanwaltschaft muss jetzt Namen nennen - und so endlich die Verantwortungslosigkeit in der Stadt beenden.
Man mag schon fast Mitleid haben mit Adolf Sauerland. Er ist ein Bild des Jammers. Der Oberbürgermeister der Stadt Duisburg muss sich am Tag der Trauerfeier verstecken. Er hat Angst vor seinen Bürgern, die um die toten Bürger trauern. Ein verdienter, bisher ordentlicher Oberbürgermeister hat auf entsetzliche Weise versagt. Aus einer rustikalen Autorität ist eine traurige, klägliche Figur geworden.
Bild vergrößern Eine Stadt sucht nach den Verantwortlichen: Duisburger auf einem Trauermarsch durch ihre Stadt am Mittwoch. (© dpa) Sauerland, der seine Abwahl nun wohl akzeptieren will, hat womöglich eine Mitschuld am tödlichen Unglück; das muss noch genau geprüft werden. Aber an seinem eigenen Desaster nach der Katastrophe ist ganz allein er selbst schuld: Er hat die Worte nicht gefunden, die Gesten nicht und die Taten nicht, die notwendig gewesen wären. Er hat sich verstrickt in seinen eigenen Ängsten: den Ängsten vor den Folgen der Massenveranstaltung, für die er zumindest die politische und die organisatorische Verantwortung trägt; und der Angst vor dem Sturz in Hartz IV, den er befürchtet, wenn er zurücktritt. Sauerland ist ein Gefangener der Katastrophe, obwohl die Staatsanwaltschaft noch nicht einmal gegen ihn ermittelt.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unbekannt. Unbekannt? Der Oberbürgermeister ist nicht "unbekannt". Und der Veranstalter der Loveparade heißt Rainer Schaller; er ist auch nicht "unbekannt". Beide geben fast täglich Exkulpationserklärungen ab, aber das ist kein Grund, nur Ermittlungen gegen Unbekannt zu führen. Bekannt sind auch der Chef des städtischen Ordnungsamtes, der Chef des Bauamtes, der polizeiliche Einsatzleiter. Bekannt sind die Chefs der privaten Ordnungsdienste. Es ist unlogisch, die Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt zu führen.
ANZEIGE
Diese Aktenführung passt zu der Duisburger Verantwortungsdiffusion nach dem Unglück. Niemand will Verantwortung tragen, jeder zeigt auf den anderen. Das UJs-Aktenzeichen, das Ermittlungen gegen unbekannte Täter kennzeichnet, ist ein Symbol dafür.
Es gilt, den Vorwurf zu personalisieren
Dabei sind die Vorschriften sehr klar: Sind bestimmte Personen zureichend verdächtig, so ist das Ermittlungsverfahren gegen sie zu führen. Sie müssen zu Beschuldigten gemacht werden - nicht weil das in der Öffentlichkeit ohnehin geschieht, sondern weil objektiv ein Anfangsverdacht besteht. Der Vorwurf lautet: fahrlässige Tötung.
Es gilt, diesen Vorwurf zu personalisieren. Womöglich zerlegt sich ja die Fahrlässigkeitsschuld in viele kleine Teile, die ganz vielen verschiedenen Personen zuzuordnen sind. Das aber ist erst eine Frage von Schuld und Strafe; die stellt sich vor Gericht. Erst einmal sind die vielen fahrlässigen Verantwortlichen Beschuldigte. Die Einleitung von strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Oberbürgermeister könnte diesem sogar aus seinen Verstrickungen heraushelfen. Dann könnte er, dieser Ermittlungen wegen, sofort sein Amt ruhen lassen und die Wahrnehmung der Geschäfte auf seinen Stellvertreter übertragen. Kein Verwaltungsgericht würde etwas dagegen haben.
Orig-Artikel: Ende-------------------------------------------------
Angesichts der Headline, die reißerisch und hetzend, neutraler formuliert, schlicht verantwortungslos in ihrer Konnotation ist, sollte man das Treiben dieses selbstüberhöhten Moralpredigers nicht einfach zu den Akten legen.
Schon allein auch deswegen nicht, weil er in obenstehendem Artikel bewusst persönliche Hetze und Leumundsbeschädigung betreibt. Als ob es nicht schon genug hysterische und unerträgliche Hetze gegen die Verantwortlichen gibt, oder jene, denen man einfach und schnell den schwarzen Peter zuschieben kann. Wohlfeiles Wasser auf die Mühlen des wildgewordenen Mob.
Angesichts dieser beinahe unfassbaren Unterstützung dieses Täters (=angeblich seriöser Journalist) für Hetze, möglichst schnell rollende Köpfe und Vorverurteilungen sollte man auch von Herrn Prantl seinen sofortigen Rücktritt verlangen.
Aber wir sind da nicht so streng! Es würde schon genügen, wenn er sich zum Thema Loveparade und dem passierten Unglück einfach nicht mehr äussern würde.
Moralische Verantwortung übernehmen. Denn er als Medien-Profi dürfte sich im Klaren darüber gewesen sein, was das Wort "TÄTER" in der Headline hier bewirkt. Und man kann ihm sogar abverlangen, in moralischer Verantwortlichkeit, dass er genau wusste, was er da schreibt, und welche Wirkung das hat. Natürlich nennt er - sehr korrekt, dafür besonders hinterfotzig - keine Namen, nur Dienststellen oder Amtsbezeichnungen ausser bei OB Sauerland. Der bewusst unterschwelligen und wohlkalkulierten Leumundsbeschädigung tut das ja keinen Abbruch. Es ist ja nicht schwer herauszubekommen, wie der derzeitige Duisburger Baudezernent heisst, oder der Einsatzleiter der Duisburger und Kölner Polizei.
Speziell focussiert auf OB Sauerland unterstellt Herr Prantl wie ein Kopfgeldjäger anno 1847 OB Sauerland auch noch straftatrelevante Schuld. Als ob es nicht schon genügt, ihn billig und bereit zum Massenfraß, mit dem Allgemeinplatz "politisch und verwaltungsrechtlich hauptverantwortlich" als Straf-TÄTER hinzustellen. Nein, er weiss auch schon recht sicher, dass sich OB einer Mittäterschaft schuldig gemacht hat. Die Anklage nur noch eine Frage der Zeit sei und es für ihn sowieso das Beste wäre, wenn ihn die Staatsanwaltschaft anklagen würde. (Damit er schnell und unbürokratisch aus dem Amt scheiden könnte, man ihn besser und schneller abwählen könnte und er damit auch noch seine Pensionsansprüche behalten könnte. Wirklich wie warmherzig und mitfühlend von Herrn Kopfab Prantl, diesem schreibenden Henker.
Es ist schon fast bodenlos, wie man hier einen immer noch amtierenden OB, Verwaltungsbeamte, Polizeieinsatzleiter und auch einfache Beamte so übel mit dem Begriff "Täter" überzieht. So, als ob hier gemeine Diebe und Einbrecher in übler Absicht einer vorher schon geplanten Straftat am Werke wären. Leute, die sich vorher schon ihrer Täterschaft und ihres gesetzwidrigen Handelns bewusst sind und dieses auch ohne Respekt vor Gesetz und Vorschriften einfach machten. Wie Täter eben, nicht wahr.
Herr Prantl, sie sind ein moralisch ganz besonders integerer Hetzer.
Chapeau...
Edit: Schriftgrößen-Tags in der Headline (geht irgendwie nicht im Zusammenhang mit Fettschrift >egal)
Bearbeitet von jessie james am 31.07.2010, 14:16
|
|
|
| Jon T Essberger |
|

Your future personal Admin
    
Gruppe: Mann
Beiträge: 33448
Mitgliedsnr.: 380
Mitglied seit: 10.12.01

|
|
|
|
[ Script Execution time: 0.0897 ] [ 11 queries used ] [ GZIP aktiviert ]
Impressum
|